Kapitän Ericssoll berichtet über seine Erlebnisse auf und mit den Postdampfern.


Blick über Sassnitz  in Richtung Hafeneinfahrt von den Kreidebrüche aus

Das Dampfschiff „ Nordstjernan"  
Im Jahre 1901, genauer gesagt am 3. April, musterte ich gegen eine Monatsheuer von 100 Skr als Zweiter Steuermann auf dem Postdampfer „Nordstjernan" an. Der Dampfer „Nordstjernan", erbaut 1871 in der Motala Mekäniska Werkstad och Warf in Norrköping, war ein kleines Schiff. Bevor es im Jahr 1900 von der „Sverige- Kontinenten" gekauft und am l. Mai mit A.A.C:son Hermelin als Befehlshaberund G. Th. Lysander als Erstem Steuermann für den Verkehr auf der Trelleborg- Sassnitz Route als Ersatz für den ersten Dampfer der Gesellschaft eingesetzt wurde, der in der Nacht zum 27. Februar 1900 in schwerem Sturm vor Rügen gestrandet war. Die " Sliovdstjevnan“ paßte auf der Kontinentlinie weder großen- noch ausrüstungsmäßig zu den anderen Schiffen. Sie war von allen die kleinste, war unbequem für die Reisenden und hatte 
schlechte Unterkünfte für alle an Bord - Offiziere wie Mannschaft und Restaurantpersonal. Aber - sie war ein tüchtiges Schiff. Oh, wie sie rollen konnte! Ihre Rettungsboote hingen außenbords in den Davids, und mehr als einmal, ja, unzählige Male berührten sie die See. Eine eigentliche Kommandobrücke hatte sie auch nicht, nur zwei kurze Flügel auf jeder Seite des Ruderhauses. Der Kompaß saß, passend für ein Sommerboot und wie es bei den Skärgärdsbooten üblich war, in der Decke des Ruderhauses. Wenn sie in schwere Gegenseen kam, dröhnte es wie Kanonenschüsse, und der Kompaß verlor seine Stabilität und ging immer rundherum. Dann galt es, sich nach den Sternen zu richten - wenn es welche gab. Die 


Postkarte von 1900

Hauptmaschine, die 200 PS entwickelte, war dreizylindrig und in ihrer Art einmalig. Aber wie sie auch war - sie war doch ein „liebes" kleines Schiff, auf dem man sich trotz allem wohl fühlte.  

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